Hart ist das Leben unterwegs! Wäsche will gewaschen werden, der Abwasch muß erledigt werden. Alles Dinge die zu Hause Maschinen übernehmen. Auf Reise ist da Handarbeit angesagt. Ok, bei der Wäsche gibt es ein Helferlein, die Pistenwaschmaschine. Ob rund oder eckig, erledigt sie die Arbeit des Wäschewaschens während der Fahrt. Lediglich das Ausspülen ist noch handarbeit. Der tägliche Abwasch wird vornehmlich am Morgen erledigt. Abend- und Morgengeschirr wird auf einen Rutsch gewaschen. Hierzu verwenden wir wenn möglich, zum Erhitzen des Wassers, unseren Vulkan. Der feuert mit Allem was brennbar ist. Gras, Stroh, Äste, einfach allem. Dennoch möchten wir gerade mit niemandem tauschen. Wir kommen auch ohne Maschinen klar.
Es gibt keine Zufälle
Wir sind noch in Pavlodar und kommen von den üblichen Besorgungen, Peter hält an, hier meint er könnte ein Restaurant sein, mal sehen. Und was für ein Restaurant, noch kein Jahr alt und recht schmuck eingerichtet.
Sofort bemüht man sich um uns, sogar der Koch kommt persönlich an den Tisch für die Bestellung. Wir bestellen. Kurz darauf stellt sich eine junge Dame in bestem Englisch vor, sie sei die Managerin. Erst bekommen wir noch eine Hausführung.
Dann kommt eine Empfehlung nach der anderen. Wir müssen unbedingt typische kasachische Pferdewurst als Vorspeise probieren und ohne Schaschlik dürfen wir das Haus sowieso nicht verlassen. Alles kommt zu unserer Bestellung dazu, ob wir das alles schaffen. Suppe als Vorspeise mit separat angerichteter Pferdewurst, Hauptgericht Fleisch, dazu feinstes Brot in verschiedenen Variationen, dann noch das Schaschlik, Fleischspieße mit verschiedenen Sorten Fleisch, auch Innereien. Man war das alles lecker und viel.
Da wir aber satt sind gibt uns die Managerin noch Nudeltaschen mit Fleischfüllung mit auf den Weg für unterwegs. Da wir keinen Wodka trinken, wir müssen ja noch fahren, packt sie kurzerhand eine Flasche Wodka mit in die Nudeltüte. Was für ein Mahl und was für super nette Leute. Wir fühlen uns sau wohl in Kasachstan!
Am Ende gibt es noch eine Führung bei Angelika und Peter.
Straf, Straf! Ha, ha….
Peter und ich haben ein neues Hobby. Mit der Polizei diskutieren. Genial, was haben wir einen Spass. Die Jungs sind echt cool drauf. Die erste Bande von Wegelagerern wartet quasi im Nichts auf uns und winkt uns rechts ran. Der junge Polizist und Adjutant will die Papiere haben , ich soll zum Chef gehen und sie ihm zeigen, mach ich. Auch Peter muss der Aufforderrung folgen. Dann wollen sie irgend ein Dokument zu unseren Fahrzeugen sehen, wir haben aber keines. Uns ist hierzu auch nicht an der Grenze ausgehaendigt worden. Der Chef schlaegt in seinem schlauen Buch irgend eine Seite mit irgend einem Paragraphen auf uns sagt soviel wie : Hier stehts!
Uns aber egal, wir koennen es ja nicht lesen. Dann schreibt er eine Summer von ueber 7000 Tenge auf. Der junge Polizist gibt uns zu verstehen, dass sie unserer Papiere behalten.
Mir platzt jetzt der Kragen. Ich gehe zu unserem Auto und hole was zu schreiben. Positioniere mich gut sichtbar hinter dem Auto und notiere das Kennzeichen. Dann will ich ihre Namen und ploetzlich sind sie in Aufregung. Der Adjutant wird blass und ruhig, sein bloedes Grinsen ist weg. Der Chef will unbedingt meinen Block mit dem Kennzeichen, kriegt er aber nicht. Ich soll das Kennzeichen durchstreichen, mach ich, dafuer kriegen wir unsere Papiere wieder. Wir sind noch nicht wieder ueber der Strasse bei unseren Autos, sind die beiden Wegelagerer auch wieder weg.
Die zweite Bande hat sich in einer Senke platziert, nicht sichtbar fuer den Verkehr. ich fahre arglos an den drei Schildern mit 90 kmh, 70 kmh, 50 kmh, vorbei. Gefuehlt deutlich schneller rausche ich in die Radarpistole, hinter mir Peter. Rechts ran, was sonst. Papiere wie immer. Dann kriege ich meine Papiere wieder und soll zurueckfahren um die ueberfahrenenen Schilder zu betrachten. Recht hatten sie.
Peter war in der Zwischenzeit am schakern mit den Jungs: Straf , straf sagen sie. Ok, denken wir, dann lasst uns mal handeln. Nix war mit handeln. Peter hat den Jungs erzaehlt, dass wir Touristen aus Deutschland sind und Kasachstan so toll ist, was ja auch stimmt. Wir durften weiter fahren. Ohne Strafe aber langsam! Diese Jungs waren wirklich nett. Nur fotografieren wollten sie sich nicht lassen.
Das erste grosse Ziel
Wir sind am Aralsee. Schoen und grausam zugleich. Es schmerzt zu sehen wie in die Natur eingegriffen wurde. Durch zu hohe Wasserentnahmen im Zulauf des Aral ist dieser auf ein erschreckendes Mass geschrumpft. Die ehemalige Steilkueste ist hier hunderte Meter vom Wasser entfernt. Dort, wo das Ufer flach in den See laeuft sind es zig Kilometer bis zum Wasser. 22 Meter ist der Wasserspiegel gesunken. Am Nordsee, der Aral hat sich geteilt, ist ein Damm errichtet worden um wenigstens diesen See zu retten, mit Erfolg! In der Ortschaft Aral haben wir durch Zufall den Chef des Dammprojektes und des Natrurreservates kennen gelernt. Seine Mutter ist Deutsche und hiess Berta. Selbst war er schon in Berlin, im Auftrag fuer den Damm und das Naturschutzprojekt. Bei Tee, Nudeln, Brot und Nuesschen waren unserer beiden Frauen gut aufgehoben. Peter und ich konnten das Internet nutzen und wurden grosszuegig herumgefuehrt.
Wir sind in Asien
Wir sind hinter dem Ural. Asien, besser Mittel- oder Zentralasien, hat uns empfangen. Empfangen mit besten Teerstrassen und freundlichen Menschen. Ueberall wird zugewinkt und gelaechelt, gestern konnten wir die Hilfsbereitschaft durch Gaziz erfahren, heute scheinen alle froehlich und nett.
Uns schuettelt es einige Kilometer hinter Atyrau ordentlich durch. Nichts erinnert daran, dass hier einst eine Teerdecke die Strasse yierte. Der Schotter ist so schlecht, dass links und rechts neben der Strasse eigene Pisten entstanden sind, die trotz ihrer Naturbelassenheit besser zu fahren sind als die Hauptstrasse.
Wir haben noch frueh im Jahr und die Nebenpisten sind teilweise noch unter Wasser. Eine umsichtige Fahrweise ist angebracht. Ohne Allrad geht manschmal nichts mehr. Die Weite des Landes laesst sch nur erahnen, die Freiheit ist grenzenlos! Kein Zaun der die Weite entzweit, grandios!
Die ersten Blumen beginnen in der Steppe zaghaft zu bluehen. Weite, nichts als Weite, dabei sind wir erst am Anfang unserer Reise.
Mitten auf einem Ruettelstueck mach ich ein Foto. Der Fahrer fuchtelt wild ich solle ihn unbedingt fotografieren, haelt an und gibt mir zu verstehen, ich muss unbedingt seine Frau samt neugeborenem Baby knipsen. Storzes Laecheln des Vaters, schuechterne Gesten der Mutter und ein spassiba zum Abschied. Sie haben sich bei mir fuer das Foto bedankt, aber ich hatte doch zu danken fuer die Ehre.
Einige KM weiter steht er wieder am Strassenrand, haelt uns auf und diesmal will er uns mit Frau und Baby fotografieren. Herzlich, offen und stolz sind diese Menschen.
Was fuer ein Land, was fuer Menschen!
Das Drama mit dem Stempel
Wer nach Kasachstan mit Business-Visa reist, muss sich binnen fünf Tagen registrieren lassen. Wir wollen bei der Ausreise keinen Ärger und wollen uns den Stempel in Atyrau holen. Wir erreichen die großte Stadt im Westen des Landes gegen Mittag. Schnell sind ein Geldautomat und ein Reisebüro gefunden. Vom Reisebüro werden wir zu einem Baby-blauen Haus in unmittelbarer Nähe weitergeleitet, in diesem Gebäude soll es den begehrten Stempel geben. Fehlanzeige, die Polizei ist dafür nicht verantwortlich. Wir suchen ein Hotel, an der Rezeption werden wir mit der Info, wir sollen ein Taxi nehmen abgefertigt. Kaum wieder auf der Straße hält ein Auto, ohne Taxischild!?!? Wir verhandeln den Preis und fahren los. Der Fahrer begleitet uns ins Gebäude, welches auf der anderen Seite des Ural ist. Er nimmt sich unser in fürsorglicher Art an. Er drängeld sich am Schalter vor und erfährt, hier sind wir falsch. Also wieder raus. Diesmal ohne zu handeln ab ins Auto zur richtigen Migration-Polizei, wieder zurück über den Ural. Wir springen von Europa nach Asien und umgekehrt, der Ural ist die Grenze. Er bleibt bei uns, füllt die Zettel mit aus und dolmetscht, denn englisch spricht er auch. Binnen einer Stunde haben wir den Stempel. Gesamter Zeitaufwand gut 3,5 Std. Aber wir haben ihn! Gefunden hätten wir die Migration-Polizei alleine niemals. In einer Seitenstraße im Hinterhof versteckt, welcher Tourist soll die finden? Ach ja, wir sind ja Business-Touristen. Normalerweiser übernimmt das die einladende Firma.
Vielen herzlichen Dank Gaziz!!!
Rein, raus, rein, raus………
Wir haben mal wieder das Land gewechselt und sind in Kasachstan. Nicht jedoch ohne vorher die recht interessante Schwimmbrücke bei Astrachan zu benutzen.
Irgendwie war es uns noch gar nicht so recht bewusst, dass wir fertig sind. Ein Beamter will uns vom Hof haben und schickt uns zu den Kasachen. Russland ende. So möchte ich es auch kurz und knapp stehen lassen. Kein Beamter interessiert sich für die Art unseres Visa’s oder für die Migrationscard. Nicht mal der hoch wichtige Zettel fürs Auto wird benötigt. In Kasachstan geht auch alles recht flott bei uns. Allerdings muss Karin erst mal warten. 30 Minuten Mittagspause, daß muss sein, verstehen wir. Die ganze Grenze ist lahmgelegt. Danach gehts flott weiter. In ca. drei Stunden inkl. Mittagspause des Beamten sind wir fertig. Nur Angelika und Peter haben etwas länger. Die sechs Tonnen-Grenze ist es, an der sie immer scheitern und irgendwelche zusätzlichen Zettelchen brauchen und Kosten einrechnen müssen.
Egal, wir sind in KASACHSTAN!
Unter Strom
Am Morgen war alles noch Bestens. Aufstehen, frühstücken, losfahren. Gegen Mittag wollten wir Rubel holen und fuhren von der Magistralen ab in ein Dorf. Kreuz und quer durchs Dorf hatten wir schließlich einen Automaten gefunden, sogar hier ließ sich mit Maestro Geld abheben. Doch dann nahm das Schicksal seinen Lauf. Peter hat nochmals angehalten. Was war geschehen? Er hat keinen Ladestrom mehr. Zurück ins Dorf und in eine Werkstatt. Die Jungs waren sehr kompetent und diagnostizierten einen Kabelbruch. Auf einen Arbeiter kommen 5 Zuschauer, allesamt bemüht um uns und sehr nett. In Wolgograd sollen wir einen Auto-Service aufsuchen. Er, der Schrauber der Werkstatt, will da nicht weiter machen.Sein Bereich sind Maschinen, keine Elektrik.
Also weiter nach Wolgograd, kurz vorher suchen wir einen Platz für die Nacht, es ist schon 17.00 Uhr. Morgen wollen wir weiter fahren und eine Werkstatt suchen. Morgen ist allerdings Samstag, mal sehen was passiert. Wenn uns auch sonst das Wetter mit viel Wolken und Regen ärgert, am Abend gibt es manchmal schöne Sonnenuntergänge.
Am Morgen wollen mal wieder unsere Regenhülle abziehen als irgend etwas aus der Hülle fällt. Was war das, daß Karin so erschreckt hat? Eine Fledermaus! Klein, süß und plüschig. Wir haben sie in ein Erdloch mit Betondeckel gerettet. Schön dunkel.
Kurz vor Wolgograd eine Mercedes Werkstatt, zwar PKW aber Mercedes. Für Montag um 10.00 Uhr bekommt Peter einen Termin. Wir suchen weiter und kommen zu Volvo PKW.
Alle Hebel werden in Bewegung gesetzt, es gäbe einen Boschdienst in Wolgograd. Schwups ein Auto besorgt und vor uns her durch Wolgograd zum Boschdienst. Auch hier ist man bemüht der Sache auf den Grund zu kommen.
Ergebnis: Irgend ein Kabelbruch und der Ladestromwandler der Lichtmaschine ist defekt. Dieser wird getauscht und alles ist gut. Hier spricht man englisch, es kommen sogar noch junge Leute die englisch sprechen extra herbei. Wir erleben einen sehr heiteren Tag mit den Leuten der Werkstatt und Leuten die einfach so vorbei geschaut haben. Angelika und Peter sind wieder unter Strom.
Bei der Arbeit immer das selbe Bild. Auf einen Arbeiter kommen fünf Zuschauer. In der Wekstatt erfahren wir auch das es für die Jahreszeit viel zu kalt und zu nass sei, na bravo! Normal seien zwischen 20° und 25° Celsius und Frühlingswetter. Wir haben so um die 10° tagsüber, nachts nicht selten um die Null. Wir sind froh um unsere Standheizung. Das ganze Land ist aufgeweicht.
Wir sehen beim herausfahren aus Wolgograd die höchste Statue der Welt, das haben uns die Jungs vom Boschdienst versichert. 102 Meter soll sie hoch sein.
Kaum etwas raus aus Wolgograd wird uns bewusst wie gefährlich der Seitenstreifen ist. Ich werde von der Straßenpolizei aufgehalten. Angelika und Peter vor uns dürfen durch. Sie fahren erst mal außer Sichtweite, man weiß ja nie. Der Polizist will in unseren Aufbau schauen. Mittlerweile ist unser Campingklo benutzt und während der Fahrt riecht es etwas. Der Polizist dreht sich rasch ab vom Inneren und will nichts weiter sehen. Merke: Immer mit stinkendem Klo fahren und die Polizei will nicht viel sehen.
Peter hat mittlerweile angehalten und kommt bereits stehend auf dem Seitenstreifen einfach ins Rutschen. Gang rein und bergab fahren! Die Spuren die er hinterlässt sprechen eine deutliche Sprache.
Wir brauchen noch einen Platz für die Nacht. Das Land ist mittlerweile topfeben. Wir beschließen einen etwas befestigten Feldweg in die Steppe zu nehmen. Noch ist Dämmerung, wir sehen genug, was für eine Rutschpartie. Nach ca. 2km stoppen wir und überprüfen die Steppe auf ihre Tragbarkeit. Wir befinden sie als gut und stellen uns an eine Kreuzung im Nichts. Der nächste Morgen gibt teilweise die Sonne frei und unsere Radkästen, was für ne Sauerei. Das wird wohl ein Vorgeschmack auf die Kommenden Kilometer. Wenn der Regen nicht nach lässt wird es in Kasachstan mehr als spannend!
Sind wir denn schon drin?
Wir wollen mal nichts verschreien, wie man so schön sagt, aber was wir über den Grenzübertritt von der Ukraine nach Russland bisher hörten, war nichts Gutes. Von Arroganz, Schmiergeld und Schikane hatten wir gelesen.
Ganz einfach war die Grenze nicht. Alle Laufzettel auf kyrillisch, die Abläufe sind uns noch nicht so geläufig und nicht aller Gesetzte muss man verstehen. Die Beamten an der Grenze haben uns aber beim Ausfüllen geholfen. Haben sich bemüht nett und freundlich zu sein, vor allem die Jüngeren. Peter musste bei der Ausreise aus der Ukraine dann auch noch 10 Euro für eine ominöse Transportabgabe oder was auch immer, mit Quittung, bezahlen. Unterm Strich war aber alles locker und cool. Immerhin, wir sind in Russland!!!
Allerdings mussten wir feststellen, direkt hinter der Grenze geht Russland gerade so trist und trostlos weiter, wie die Ukraine aufgehört hat. Ewig lange Ackerflächen, dazwischen Dörfer oder Städte. Alles kaputt, marode und trostlos. Ich weiß nicht ob das nahende Frühjahr viel am empfundenen Eindruck verändert.
Trotzdem finden wir immer wieder schöne Plätze für die Nacht. Der erste Abend wurde auf typisch russische Art begossen, mit Wodka!
Grenzerfahrungen
Grenzerfahrung die Erste:
Alles halb so schlimm! Die Ausreise aus Rumänien hätte besser nicht laufen können. Ob ich Waffen habe oder Haschisch? Nö, für was auch? Nächste Station die Zöllner.Dieser chekt die Pässe, sieht die vielen Visas und ist sprachlos wegen dem Ziel Mongolei. Die Einreise in die Ukraine stellen wir uns als erste Herausforderung vor und werden diesbezüglich enttäuscht. Wir, mit unserem Auto unter 3,5 Tonnen hätten das Fahrzeug gar nicht mal verlassen müssen für den Schreibkram. Die Dame von der Grenzstation kommt zum Auto, holt die Papiere und alles wieder zurück, sehr freundlich. Höflichkeitshalber steige ich aus und gehe ihr entgegen. Bei Angelika und Peter gibt es etwas mehr Aufwand, weil sie ein Fahrzeug über 3,5 Tonnen haben. Alles in allem hält sich der Aufwand in Grenzen. Peter muß letzendlich dann auch Straßenbenutzungsgebühr für die grob errechneten Kilometer durch die Ukraine bezahlen.
Grenzerfahrung die Zweite:
Die große Weite der Ukraine beinhaltet straßenmäßig nicht nur lange Geraden, sondern auch Abzweige. Diese sind häufig mit STOP-Schildern gespickt, was für ein Spaß. Fast immer fahren wir durch, es kommt ja auch nichts. Wieder ein STOP-Schild in der Weite des Landes, wieder fahren wir durch. 200-300 Meter später winkt uns ein freundlicher junger Mann mit Uniform, die Polizei, raus. Schei….e denke ich mir. Schuldig wie ich mich fühle, zucke ich die Papiere und darf einem der Beamten folgen um sogleich auf dem Beifahrerplatz des Lada sitzen zu dürfen. Nix verstehen? fragt er mich und ich nicke. Genau: Nix verstehen. Auch Peter wird seine Papiere los. Ihm zeigen sie gleich noch das Beweisvideo. Von Peter will er 244 UHW Strafe. Mein Polizist, er scheint der Chef zu sein, verlangt 500 UHW Strafe von mir. Ich verneine vehement und zeige auf den 100er Schein seiner Währung und dem Quittungsblock. Eine halbe Ewigkeit sitzen wir, der Chef und ich, schweigend im Auto. Irgendwann scheint es ihm zu langweilig zu werden und er gibt mir Pässe samt Papiere mit dem Wort: Fertig zurück. Die Polizisten lassen uns ohne Bußgeld laufen. Obwohl sie ein Beweisvideo haben. Danke Jungs!
Grenzerfahrung die Dritte:
Dem netten Herren, der Klappdächer mit Airtex erfunden hat, dem möchte ich mal persönlich begegnen! Seit Tagen nur Wind, teils sehr stark und böig, dazu Regen. So fein das Klappdach ist und so toll der Airtexstoff auch sein mag, nach fünf Jahren scheint dieser fix und fertig zu sein. Zum Glück hatten wir in Marokko schon gemerkt, daß unser Stoff bei Wind und Regen undicht ist, an jedem Nadelstich drückt das Wasser durch. Dazu ist die Stoffklappe hinter dem Gaze so unprofessionell angebracht, daß auch hier das Wasser in steten Tropfen rein läuft. Karin hat aus dem ursprünglichen Überschuh vom Knut, ein passendes Regencape für unser Klappdach genäht und versiegelt! Das können wir über Keder einziehen und mit Gummiband abspannen, sonst würden wir wohl ersaufen.
Wenn wieder ein Klappdach ansteht, dann mit festen Wänden! Alles andere ist gut fürs Wochenende, nicht aber für eine längere Reise mit allenmöglichen Wetterbedingungen.
