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Ecuador zum Ersten

Wir sind in Ecuador. Das Erste was uns sehr positiv auffällt, Diesel kostet 103,7 Dollar-Cent.

Nicht der Liter, nein, die Gallone. Umgerechnet kommen wir auf ca. 25 Euro-Cent der Liter. Geil!

Allerdings ist das Land im Vergleich sehr klein, wir werden nicht viel davon haben. 🙁

Was uns noch auffällt: alles ist grün. Grüne Wiesen, viele grüne Wälder, grüne Bananenplantagen. Wirklich alles ist grün.

Und schon geht es los mit Sehenswürdigkeiten. Ein versteinerter Wald, einer der größten weltweit.

Mitten im Wald ist also ein versteinerter Wald! Wunderschön angelegt, als kleiner verträumter Pfad. Wir sind begeistert. Blaumetallic schimmernde Schmetterlinge säumen den Weg, Eichhörnchen klettern durch die Baumkronen, Eidechsen, etwas größer als unseren Heimischen huschen über den Boden und dann liegen da mitten im Wald einfach tausende versteinerte Bäume, bzw. Baumteile, sehr beeindruckend!

Eichhörnchen Gigante Pfad Pfad2

Gigante Petrificado Hackstock Holzstücke Riesenbrocken Unter Steinen

Peru ist mehr!

Alle kennen die Inka! Logo!

Jeder kennt Machu Picchu, zumindest von Bildern (so wie wir) 😉 Auch klar.

Peru ist und sind die Inka. So zumindest die Info aus den Medien.

So weit, so gut.

Aber Peru ist weit mehr! Im Norden finden sich Zeugnisse einer weit älteren Kultur, als die der Inka.

Noch vergessen von den Touristenschaaren!

Auch ihre Bauwerke haben die Zeit überdauert. Und das obwohl die Zeugnisse ihres Daseins 1000 Jahre älter sind als die Kultur der Inka!!!

Die Rede ist von der Chachapoja-Kultur. Eines der wohl bemerkenswertesten Bauwerke Perus, neben Machu Picchu, ist der Komplex von Kuelap.

Kult-, Wohn- und Zufluchtsstätte. In seinen Abmessungen ähnlich groß wie Machu Picchu, nur eben beinahe vergessen. Wir waren mit etwa 20-30 weiteren Besuchern in der Anlage. Als eher friedlich und beruhigend empfanden wir den Besuch.

Sagenhafte Baukunst wird einem dargeboten. Die Anlage ist für ihre 1500 Jahre in einem erstaunlich guten Zustand. Vieles wird erklärt, im Infozentrum ist ein 3D-Model zu sehen.

Station

Anlage Anlage2 Anlage3 Anlage4

Anlage5 Anlage6 Anlage7 Anlage8

Anlage9 Anlage10 Anlage11

Allerdings wird sich dieser Zustand wohl bald ändern. Eine Kabinenbahn ist im Bau. Berg- und Talstation sind schon fertig, die Fundamente für die Masten sind betoniert. Bald werden die Masten auch gesetzt und das Seil eingefädelt sein. Dann kann man auch hier, wie in Machu Picchu, auf Gedeih und Verderb, Touristen hochkarren und die Anlage dem Zerfall preisgeben.

Wir werden die Entwicklung verfolgen!

In Leimebamba ist ein wunderschön hergerrichtetes und sehr interessantes Museum zu betrachten, welches sich ebenfalls mit der Chachapoja-Kultur beschäftigt. Mumien, Handwerkszeug und Gegenstände des täglichen Gebrauchs werden anhand von Funden aus jener Zeit dargeboten. Kann nur empfohlen werden!!!!!

Leider ist dort das Fotografieren verboten. Deswegen keine Bilder.

Museum Museum2

Orchideen, Kolibris und Kolibrifütterungsstation

Das üppige Grün birgt viele Wunder. Eines seiner buntesten sind die Kolibris. Bisher haben wir immer wieder vereinzelt welche gesehen. Jetzt aber sind wir an einer Kolibri-Fütterungsstation.

WAHNSINN!

Die flinken Kerlchen schwirren wie Libellen um die Nektarspender. Sicher ein Dutzend verschiedene Arten und hunderte Vögel. Sie sind recht geschwätzig, so wie unsere Spatzen. Im Abstand von weniger als zwei Meter kann man sie beobachten.

Kolibri Kolibri3 Kolibri4 Kolibri5 Kolibri6

Ganz nebenbei ist es eigentlich ein privater Orchideen-Garten, welcher diverse Exemplare bereit hält. Zum Glück erhält man eine Führung.Die wenigsten Orchideen hätten wir gefunden! Ihre Blüten sind so vielfältig aber auch teilweise winzig klein.

Orchidee Orchidee2 Orchidee3 Orchidee4 Orchidee5 Orchidee6

Ein kleines Paradies inmitten eines großen Paradies.

Garten Garten2 Garten3 Garten4 Garten5 Garten6 Garten7

 

 

Fettschwalme und der Dschungel

Auf dem Weg in den peruanischen Dschungel kommen wir in einem Naturpark mit Höhle, bei Tingo Maria, vorbei. Die Cueva del Lechuza.

In dieser sehr beeindruckenden Tropfsteinhöhle leben Fettschwalme, eine Gattung der Eulen.Von den Einheimischen „Guacharo“ genannt. Er ernährt sich von diversen Früchten und ist nachtaktiv. Die Vögel teilen sich die große Höhle mit unheimlich vielen Fledermäusen. Ihnen gemein hat er die Ortung und Navigation via Radar! So fliegt er in einer Nacht bis zu 240 Km für die Nahrungssuche! In der Höhle herrscht ein ohrenbetäubender Lärm von den Vögeln, denen wir solch Geräusche nicht zugetraut hätten!!

Sie leben zu hunderten unter der Höhlendecke. So richtig zu Gesicht bekommen haben wir diese großen Vögel leider nicht.

Cueva de Lechuza3     Cueva de Lechuza

Cueva de Lechuza2 Cueva de Lechuza4

Dort war dann auch unser erster Kontakt mit dem Dschungel oder Regenwald. Sehr beeindruckend! Über viele hundert Kilometer folgen wir dem peruanischen Dschungel von Süd nach Nord. Immer wieder ändert sich das Bild und die Vegetation, von Nebel bis Sonnenschein gibt es alles im Minutentakt. Bunte Schmetterlinge in allen Farben flattern vor uns vorbei. Vögel, mal gelb, mal rot und mal ganz bunt fliegen vorüber und auch die Blüten lassen es an Farbenpracht nicht mangeln.

Dschungel Dschungel2

Doucha del Diabolo Riesenbambus

Dschungel3 Dschungel4 Riesenbaum

Abenteuer pur und gibt es oder gibt es nicht!?!?

Unser Ausflug in die Wildnis Perus hat uns nicht nur der Natur wegen beeindruckt, auch, weil 160 km vor der Teerstrecke sich unser rechter Vorderreifen mit „platt sein“ meldet.

Am Morgen war noch alles bestens, 30Min. später zieht die Fuhre schwer nach rechts. Plattfuß!!! Zum Glück ist Platz zum Wechseln, also Ersatzreifen drauf und gut. Allerdings ist der Vorderreifen dermaßen mit einem Dreiangel zerfetzt, das ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, wie um alles in der Welt das bei einem Michelin XZL passieren kann!?!?!?!?

Aber nicht das dies schon alles wäre, nein! Am Abend stehen wir an unserem Nachtplatz, 36Kilometer vor der Teerstraße. Und? Unser vor vielen Wochen geflickter Hinterreifen bläst ausgerechnet jetzt ab!

Das allerdings hat sich angebahnt. Von außen konnte man den Zerfall des XZL sehen. Das Loch wurde immer größer und ausgefranster. Der gesamte Satz Reifen sieht aus, als wolle er demnächst alle Stollen abwerfen, als hingen sie nur noch an Fetzen.

Die Schotter- und Felspisten meinen es nicht gut mit unseren Reifen, die anscheinend eher Schlamm-, Sand- und Teer-Reifen sind!?!? 25000 Kilometer hat der Satz. Das Profil ist noch nicht zur Hälfte runter aber die Reifen sind fix und fertig!

Nun haben wir also den zweiten Platten, den vorhandenen Ersatzreifen haben wir schon verbaut. Also was bleibt? Selber flicken! Erst mal für die Nacht den Wagenheber unters Auto, mit noch Luft im Reifen geht das etwas leichter 😉 und morgen sehen wir weiter.

Am kommenden Tag ging dann alles doch recht flott.

Ersatzrad mit Loch vom Vortag runter, Mantel von der Felge getrennt. Zumindest so weit, daß man von innen an das zu flickende Loch kommt, denn für Stöpsel von außen ist der Dreiangel zu groß. Aufrauen, reinigen Kleber drauf und, UND?

Na was macht ihr in so einer Situation? Na klar! Zwei Schlauchflicken von innen an den Mantel kleben! Ich weiß, völlig bescheuert, hilft aber. Erst einen Kleineren zum Abdichten und dann einen viel Größeren darüber, um etwas Stabilität zu erreichen, damit sich der erste Flicken nicht gleich wieder löst. Hält bisher den Rest Piste und über 200 Kilometer Teer. Ist ja auch nur eine Notlösung. Die letzte Notlösung, unsere erster Platten, gefertigt vom Gommeria-Profi, hielt mehrere Tausend Kilometer, darunter sehr viel Schotter- und Felspisten.

Schritt1 lösen Schritt2 runter vom Horn

Schritt3 Arbeit Schritt4 geschafft

Schritt5 aufrauhen Schritt6 kleben

Schritt7 Luft rein Schritt8 fertig

In Ayacucho suche ich vier neue Reifen. Mir ist der Zustand der Michelin XZL zu gefährlich. Teilweise sind die Risse so tief, daß ein weiterer Plattfuß oder gar Reifenplatzer vorprogrammiert ist, also runter und neue drauf.

Nun kommt die alles entscheidenden Frage: Gibt es 20“ Reifen in Peru/Südamerika oder nicht?

Es gibt sie! Als Radialreifen, allerdings als Schlauchreifen, was aber völlig egal ist. Ventil aus der Felge und Schlauchventil rein, fertig 😉

Ok, der Reifen ist jetzt ein 12.0 R20 und kein 12,5 R20. Und? Ist aber in der ersten Llantas-Bude auf Lager. Ach ja, er ist Made in China. Schlimmer als unsere Michelin kann er nicht sein. Der Mechaniker versichert mir, er hält länger wie Michelin France. Na, ich will sagen: „Schau ma mal.“

Jetzt steht unser LKW halt nochmal ein paar Zentimeter höher.

Also, für alle Südamerikafahrer. Es gibt 20“ Zoll Reifen, evtl. nicht immer die im Fahrzeugschein stehende. Wer damit leben kann, findet Reifen, definitiv!

Ansonsten umrüsten auf 22,5“ Zoll Felgen. Für diese Felgen gibt es Reifen ohne Ende!!!!!

Wenn schon, denn schon!

Wenn wir schon nicht in Machu Picchu waren, dann wollen wir die Zeit anders verbummeln,

oder:

Wie sich Wege in die Länge ziehen können.

Wir lassen Machu Picchu also links liegen und fahren „vermeintlich“ eine Hauptverbindungsroute, die CU-136, oberhalb um Machu Picchu rum. Unser Ziel, Ayacucho.

Ein paar Tage später wissen wir, es ist eine Hauptverbindung, aber sicher nur für die Einwohner dieser Region, nicht für uns. Wir brauchen drei ganze Tage!

Die Strecke ist allerdings auch einfach nur der Hammer. Vorbei an Nevados (immer schneebedeckte Berge), durch den Dschungel, wieder in über 4500 Meter Höhe, dann wieder in den Dschungel usw. Einsame Dörfer, die bis vor wenigen Jahren kaum Anschluss an den Rest von Peru hatten. Der „Umweg“ hat sich gelohnt. Eindrücke, die wir so schnell sicher nicht vergessen werden und von denen wir immer noch sehr gefesselt sind.

Anden Anden2 Anden3

Abendstimmung Bergpiste SteilNevado

Dschungel3 Dschungel2

Bestellt

 

Q’osqo, Nabel der Welt

Cuys, Alpakas und Steine, viele Steine!

Von Cuzco ist die Rede! Von hier aus starten die ganzen Machu Picchu Besucher, hier erhält man allerlei Tickets für allerlei Ruinen und Kirchen.

Die Ruinenstadt ist derart gut besucht, das die Wanderwege dorthin schon ausgelastet sind.Ein Weg ist komplett gesperrt zum Renovieren. Ein Wanderberg ist ausgebucht bis Juni! Wow!

Ok, im Reiseführer steht auch, es wäre klug für die Ruinenstadt nur 800 Besucher pro Tag zuzulassen. Derzeit sind 2500 pro Tag in Machu Picchu mit all seinen Folgen, inkl. der Zerstörung der Anlage. Wir haben schon lange entschieden, diesen Rummel und Zirkus um Machu Picchu nicht mitzumachen und auch nicht die dafür abverlangten Gelder auszugeben. Wir begnügen uns mit den sehr sehenswerten Anlagen direkt um Cuzco.

Cuzco Cuzco2

Doch zunächst war erst mal eine abendliche Besichtigung der Stadt mit Essengehen angesagt. Die erste Handlung war der Kauf zweier Alpakamützen mit Bommels aus einer Cooperative. War vielleicht ein kleines bisschen teurer aber dafür ein unbezahlbar gutes Gewissen. Und dann ab ins Restaurant. Alle zwei Meter wird man angequatscht. Entweder eine Inka Massage oder ein Restaurant. NERVIG!!!!!

Dennoch finden wir ein Restaurant mit Platz im ersten Stock und Blick auf die Plaza de Arma, schön. Wir bestellen Cuy, also Meerschweinchen und Alpaka.

Die Meersau ist zart wie Hühnchen mit leicht nussigem Geschmack, allerdings eine unglaubliche Pfriemelei. Alpaka ist etwas zäher und hat was von Rind und Wild, sehr interessante Kombination.

Der kommende Tag besteht aus Regen, den wir mit Internet und quatschen mit anderen Overlandern auf dem Campingplatz verbringen. Tag drei wird für die Besichtigung der von uns auserchorenen Anlagen genutzt und zur Weiterfahrt.

Die Erste Anlage, Saqsaywamán, ist schwer beeindruckend. Schon hier sieht man sehr gut wie genau, die teilweise sehr riesigen Steinblöcke bearbeitet wurden. WAHNSINN! Auch ist die Anlage groß genug um sich ein paar Stunden drin aufzuhalten.

Saqsawaman Saqsawaman2 Saqsawaman3 Saqsawaman4 Saqsawaman5 Saqsawaman6

Die drei weiteren Anlagen,(Quenqo,Pukapukara undTambomachay) sind bedeutend kleiner aber nicht minder interessant.

Cuzco war sehr schön, wir sind aber froh wieder fahrender Weise unterwegs sein zu dürfen 😉

Quenqo Quenqo2

 

Puka Pukara3 Puka Pukara Puka Pukara2

 

Specht Tambomachay Tambomachay2

Maria Reiche-Neumann

Der Name dürfte jetzt nicht jedem wirklich geläufig sein. So aber heißt der Flughafen in Nazca, von dem aus die Flüge starten, zu den berühmten Scharrbildern in der Wüste. Die Deutsche Maria Reiche-Neumann hat diese Linien studiert und eben auch von der Luft aus Fotografiert und kartografiert usw. Kurz um, sie hat ihr Leben den bizarren Bildern, welche nur aus der Luft wirklich gut zu sehen sind, gewidmet. Daher wurde der Flughafen nach ihr benannt.

Wir kommen in Nazca an und finden recht schnell einen Parkplatz, fast mitten in der Stadt, vor einer Schule. Karin ist im Womo um schnell was zu verräumen. Wir stehen noch keine 3 Minuten und schon kommt der erste Agenturmann mit dem Angebot, einen Flug zu buchen. Wir hören uns sein Angebot an und verschieben die Entscheidung nach dem Einkauf und der Bank. Als wir zurückkommen ist er schon wieder da. Ok, in 15 Minuten in seinem Büro. Fito, so sein Name, erklärt uns das Ganze und bietet uns direkt vor seinem Büro einen bewachten Parkplatz und Internet an. Na dann ist alles klar, wir buchen und parken um, vor sein Büro.

Abends machen wir noch Nazca unsicher, gehen essen und lassen uns peruanisches Bier und Pisco Sour munden. Drei Kneipen müssen uns ertragen 😉 Es wird spät, die Straße ist bis in den Morgen laut, aber das stört uns nicht sonderlich. Lediglich die wenigen Stunden Schlaf zehren etwas 😉

So wie nun Maria Reiche-Neumann die Bilder gesehen hat, dürfen auch wir diese spektakulären Bilder bestaunen. Beeindruckend was aus der Luft zu sehen ist. Eindeutig nehmen die Bilder Gestalt an, ob nun die Spinne, der Kolibri, der Astronaut oder die anderen Figuren. Ein unvergessliches Abenteuer.

Abflug Flugplan

Nazca Kolibri

dog Lines

Aussichtsturm Spider VogelfreiAlles klar

 

Wir kommen zurück und fahren noch die ca. 30 Kilometer zum Friedhof Chauchilla mit Mumien aus der Vorincazeit. Es ist schon seltsam, wenn man sieht, wie die Mumien freigelegt wurden und nun so in der Wüste sitzen, so wie sie vor über fünfhundert Jahren in ihre Gruft gesetzt wurden. Oben ohne quasi.

FriedhofChauchilla

Artefakt Baby Chauchilla2 Chauchilla3 Chauchilla4 Chauchilla5 Chauchilla6 Chauchilla7

In Peru vergeht kein Tag ohne wow, super und toll. Bisher gefällt uns Peru am Besten von allen südamerikanischen Ländern. Es soll aber noch besser werden, zumindest sagen das andere Reisende die aus Kolumbien kommen!!! Brasilien kommt ja auch noch und hat etliches zu bieten. Langeweile kommt also bei uns nicht auf!

 

Darf es ein bisschen mehr sein?

Wer nicht nur stur nach Reiseführer eine Sehenswürdigkeit nach der anderen auf den Hauptrouten abfährt, sondern wer mutig ist und mit noch ein wenig Pioniergeist gesegnet, wird mit mehr belohnt!

Mehr Höhe, mehr Sand und mehr Schlucht!

Zudem, für was fahren wir solch ein Fahrzeug, wenn wir dann nicht abseits fahren?

Wir reisen schon auch nach unserem Peru-Reiseführer (danke Simone und Olaf), allerdings verwenden wir nicht immer die vorgeschlagenen Routen, sondern suchen uns eigene Wege 😉 Wir hörten, in Peru sei so wahnsinnig viel geteert, können wir momentan nicht bestätigen, wir fahren das meiste auf Piste. Unser Ziel ist die Cotahuasi-Schlucht.

Anfahrt Cotahuasi Anfahrt Cotahuasi2 Anfahrt Cotahuasi3

Wild, matschig bis staubig, vorbei an senkrechten Abhängen, durch wilde, flache Wasser, durch Auswaschungen vom Regen, vorbei an schmalen Abbrüchen usw.

Wir fühlen uns sau wohl! Die Camino del la Muerte kann uns nicht mehr schocken!

Als Dank haben wir in vier Tagen, vier gesicherte 5000er Pässe bezwungen, keine Stichstrassen, sondern Passüberführungen. Die stehen in keinem Wikipedia der höchsten Pässe, weil sie Pässe ohne Namen sind. Wir sind auch in 5000 Metern Höhe einige Kilometer Sand gefahren, JAWOHL SAND! Plötzlich stehen wir hinter einer Kuppe mitten im Sand. Wurde vom Wind angetragen und hat hier in 5000 Metern eine mini Sandwüste gebildet.

Aussicht Sand über 5000 über 50001 über 50002 über 50003

Weiter ging es in die Cotahuasi-Schlucht. Sie beansprucht, die tiefste Schlucht der Welt zu sein. Tiefer als der Grand Canyon und140 Meter tiefer als die Konkurrenz aus dem eigenen Land, der Colca-Canyon. Hierzu muss gesagt sein, die Cotahuasi-Schlucht ist wesentlich beeindruckender, und imposanter als der Colca-Canyon. Sowohl landschaftlich, als auch streckentechnisch! Lediglich die Kondore haben gefehlt.

Richtung Cotahuasi4 Ruine Schlucht Schlucht2 Schlucht3 Schlucht4

Wir haben einmal nach dem Weg gefragt. „Na klar, das ist Euer Weg und nehmt mich bitte mit.“ Gesagt, getan. Frau mitsamt ihrer Begleitung, einem Hund, ins Auto und ab. Ihr Bündel am Rücken hat sie dann Karin gegeben als sie ein Tor öffnete. Karin meinte, es sei recht schwer. Darauf erwiderte die Frau, dass dort drinn Cuyes stecken, zum Essen. Cuyes sind Meerschweinchen und haben das beste Fleisch. UPS!

Zu guter Letzt war der Weg natürlich falsch! Für uns war es eine Sackgasse aber die gute Frau war schnell zu Hause. Wir hatten Spaß wie Bolle! Vor lauter Entsetzen, von wegen der Sackgasse, habe ich dann auch glatt vergessen ein Bild zu machen.

Einziger Wermutstropfen, wir schlafen in über 4000 Metern etwas schlecht dieser Tage. Daher sind wir immer wieder froh unter 3000 Meter zu kommen um wenigstens zwischendurch mal wieder durch zu schlafen. Nur gerade will das nicht so klappen. Wir kommen den ganzen Tag nicht unter 4500 Meter.

Wir sind in Peru

Es dauert nicht lang und wir sind in Peru. Auch diese Grenze ist recht locker, auch wenn sie neue Dokumente bereithält und der Ablauf sich etwas von den bisherigen unterscheidet. In einer Stunde sind wir durch. Zunächst sieht es wie in Chile aus, erst nach einigen zig Kilometern merkt man auch optisch wir sind in Peru.

Peru

Unser erstes Ziel ist Arequipa. Allerdings liegt es auf dem Weg in einen Nationalpark und zur Colcaschlucht, sonst hätten wir es nicht angefahren. Die ach so schöne Stadt hat uns schier erschlagen, erschlagen mit dem Müll. Aus unserer Sicht die dreckigste Stadt die wir bisher besucht haben, schade! Sogar noch Kilometer hinter der Stadt kippen die Leute alles neben die Straße.

Dann geht’s zur Colcaschlucht. Hauptsächlich bekannt für seine Kondore, die morgens mit den ersten Sonnenstrahlen die Schlucht hochkommen. Sehr, sehr beeindruckend. Teilweise auf 10 Meter oder näher kommen die Flugkünstler.

Condor Condor2 Condore Condore2 Condore3 Miradores Viscacha

Eine weitere von unzähligen Sehenswürdigkeiten sind die Terassenanbauflächen, die schon von den Inkas genutzt wurden. Einfach nur schön! Um diese Jahreszeit leuchtet es auch noch im satten grün.

Terassen Terassen1 Terassen2 Terassen3 Terassen4

Wir wollen ins Valle de las Volcanos. Uns trennen gerade mal 43 Kilometer Luftlinie, wir müssen aber einen Umweg von 430 Kilometern fahren. Man will es kaum glauben, es gibt keine Piste quer über die Berge.

So passieren wir vorher Toro Muerte, Steingravuren von 750 bis 1150 nach Christus. Wirklich sehenswert. Und es macht wirklich Spaß auf eigene Faust loszu gehen und die Zeichnungen zu finden.

Toro Muerte Toro Muerte2 Toro Muerte3 Toro Muerte4 Toro Muerte5 Toro Muerte6